Leo erzählt...

Mich erreichte eine E-Mail mit einer "Geschichte von Leo". 

Weil es so ähnlich leider vielen Tieren (nicht nur Schildkröten) ergeht, habe ich mich dazu entschlossen, sie hier zu veröffentlichen:

 

"Mein Name ist Leo. 

Ich bin eine TGI. Seit ich klein bin lebe ich in einem Glasterrarium. Mein Kopf tut mir weh, weil ich die Scheibe nicht sehen kann und dauernd dagegen laufe. Der Untergrund besteht aus einer Heizmatte und Sand. Mein Plastron wird dadurch immer dicker und dicker. Ich komme fast nicht mehr vorwärts. Meine Krallen kann ich auf dem viel zu weichen Spielsand auch nicht abnützen die werden immer länger und länger. Zu futtern gibt es Tomaten (mmhh.. die mag ich eigentlich besonders gerne, obwohl ich weiss, dass meine Nieren damit kaputt gehen, aber ich muss es fressen (will ja schliesslich nicht verhungern). Ich habe einen kleinen Futternapf in dem gibt es Schildkröten Pellets. Ich merke wie das Futter mir schadet, doch muss ich es essen - ich will nicht verhungern! Das Terrarium ist viel zu trocken. Anfeuchten tut es niemand.

Anfangs sahen meine Besitzer wenigstens ab und zu noch zu mir. Doch langsam wird es den Kindern wohl zu langweilig und ich werde mir selber überlassen. Eines Tages nimmt mich mein Besitzer aus dem Terrarium (juhuu wirds jetzt wohl trotzdem besser?!). Er steckt mich samt einer Futterdose mit Schildkröten Pellets in einen Plastik Sack!!! Nun fährt er mit mir einige Kilometer Auto. ich bekomme fast keine Luft mehr. Der Sack ist verschlossen
Dann setzt er mich an einer Bushaltestelle aus. Es regnet, ich habe fürchterliche Angst. Die Aufschrift auf dem Plastik Sack lautet "neues Zuhause gesucht". Dann findet mich ein netter Herr. Er bleibt vernünftig und sieht ein, dass er mir kein artgerechtes Leben bieten kann und bringt mich deshalb zu einer Familie, welche schon länger Schildkröten hält. Dort lebe ich nun noch heute, in einem schönen Aussengehege mit beheiztem Frühbeet."


Jaa, diese Geschichte ist leider wahr. Leo geht es heute zum Glück gut. Sein grosser Papageienschnabel hat sich grösstens von alleine abgenutzt und die Krallen sind auch wieder kürzer. Was halt einfach für immer bleibt, ist der dicke Plastron und die Höcker.

- Text und Bild überlassen von Deborah H. /2011 - 

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